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Pister Kugelhähne: »Das Beste aus beiden Welten kombiniert«

Es ist nicht so, dass der Name Pister in der Baumaschinenbranche unbekannt wäre. Im Gegenteil: Mit seinen Hochdruckkugelhähnen und Multikupplungssystemen gehört das 1961 gegründete Familienunternehmen mit Sitz im nordbadischen Muggensturm in der Nähe von Rastatt mit zu den weltweit führenden Herstellern, wenn es um Lösungen in der Fluidtechnik geht, der mit insgesamt 150 Mitarbeitern im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 32 Mio. Euro erwirtschaftet hat. Dass Pister jetzt mit dem PT7 (5 t bis 7 t) und dem PT10 (8 t bis 10 t) zwei Tilt­rotatoren auf den Markt bringt, hat zwei Gründe, wie Pister-Geschäftsführer Boris Knapp beim Redaktionsbesuch des bauMAGAZIN im Nordbadischen erläutert: »Wir wissen, welche Anforderungen die Branche an solch ein spezielles Gerät stellt. Und wir haben das Know-how, diese ­Anforderungen erfüllen zu können.« Als Vertriebspartner hat Pister die Wilhelm Schäfer GmbH gewonnen, deutscher Generalimporteur des japanischen Kompaktbaggerspezialisten Takeuchi.

Von Michael Wulf

Für den 36-jährigen Firmenchef, der das von seinem Großvater gegründete Unternehmen heute zusammen mit seinen Eltern Ingrid und Manfred Knapp leitet, stand nach einer intensiven Marktanalyse relativ schnell fest, dass es für einen Pister-Tilt­rotator »ein Marktpotenzial gibt«, wenn vor allem drei Kriterien erfüllt werden können: Das Gerät muss leistungsstark, kompakt gebaut und besonders robust sein.

Für eine Art Kombilösung entschieden

»Wir wollten kein System kopieren«, sagt Sven Marlow, bei Pister der verantwortliche Ingenieur für die Konstruktion und Entwicklung des neuen Tilt­rotators. »Unser Ziel war es, das Beste aus beiden Welten zu kombinieren. Und das, denke ich, ist uns ganz gut gelungen. Einerseits wollten wir auf außenliegende Zylinder verzichten, aber deren Leistungsfähigkeit darstellen. Andererseits sollte die Bauhöhe wesentlich geringer sein als bei den Tilt­rotatoren mit Drehantrieb.«

Entschieden hat man sich bei Pister für eine Art Kombilösung, »die ich in dieser Konstellation so noch nicht gesehen habe«, sagt Swen Marlow. »Beim Pister-Tilt gibt es innen liegend zwei einfach wirkende Zylinder, die gegenläufig geschaltet sind. Und die bewegen das Zylindergehäuse, das wiederum die Tiltbewegung ausführt.« So habe man es geschafft, dass der PT10 nicht breiter ist als 500 mm, über einen Schwenkwinkel von immerhin zweimal 50° verfügt und eine »hohe Haltekraft« hat.

Darüber hinaus ermögliche eine großzügig ausgelegte Drehdurchführung den Einsatz von komplexen hydraulischen Anbaugeräten und könnten zudem mit dem integrierten Schnellwechsler die Anbaugeräte sicher sowie schnell gewechselt werden. Zudem sei es problemlos möglich, den PT in die Baggersteuerung zu integrieren. Besonders stolz ist man bei Pister, dass es sich beim PT um eine »komplette Eigenentwicklung« handelt, so Sven Marlow, dessen Hauptkomponenten »selbst konstruiert und produziert werden«.


Für Bagger von fünf bis zehn Tonnen

Bewusst habe man, sagt Boris Knapp, beide Tilt­rotatoren für Bagger mit einem Einsatzgewicht von 5 t bis 10 t konzipiert. »Das ist der größte Baggermarkt, in dem das Verhältnis stimmt – sprich der Preis eines Tilt­rotators zum Preis eines Baggers passt.« Dass man mit dieser Einschätzung nicht ganz falsch liege, hätten die zahlreichen Nachfragen auf der Bauma in München gezeigt, wo der PT10 im April seine Weltpremiere gefeiert hat. »Die Resonanz war wirklich außergewöhnlich groß«, so Boris Knapp.

»Nachhaltiges Wachstum generieren«

Der Wirtschaftsingenieur geht davon aus, dass die Automatisierung in der Baumaschinenbranche in den kommenden Jahren eine immer größere Rolle spielen wird. »Der Trend geht in diese Richtung«, sagt Boris Knapp. »Der Markt in Deutschland ist groß genug für alle Hersteller von Tilt­rotatoren. Deshalb glaube ich auch, dass wir alle erfolgreich sein können.«

Was die Umsatzerwartung hinsichtlich der Tilt­rotatoren anbetrifft, sei man noch in der »Findungsphase«, so Boris Knapp. Grundsätzlich aber wolle man als Familienunternehmen »nachhaltiges Wachstum« generieren. »Mit unseren Hochdruckkugelhähnen und Multikupplungssystemen sind wir sowohl bei namhaften Herstellern von Baumaschinen als auch bei denen aus dem Agrarbereich als OEM-Partner aktiv, weshalb uns die Ansprechpartner bekannt sind.«

Vertriebspartner Wilhelm Schäfer

Für den Vertrieb der Tilt­rotatoren hat man mit der Wilhelm Schäfer GmbH mit Sitz in Mannheim-Sandhofen – Generalimporteur des japanischen Kompaktbagger-Spezialisten Takeuchi für Deutschland – einen starken Partner zur gemeinsamen Vermarktung gefunden. Für den Außendienst ist mit der Industrievertretung Hain ein langjähriger Partner von Pister zuständig. Das von Ulrich Hain gegründete Unternehmen, das er zusammen mit seinen Söhnen Dominick und Christian leitet, hat seinen Sitz in Marktoberdorf (Ostallgäu). Oberste Priorität habe es, so Ulrich Hain im Gespräch mit dem bauMAGAZIN, die Grundlagen für einen vernünftigen Markenauftritt zu legen, der nur mit starken Partnern gelingen könne: »Wir haben mit den Pister-Tilt­rotator ein sehr gutes Produkt und wollen damit vernünftig wachsen.«    m

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