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08. November 2017

Neue Hyundai-Europazentrale »ein klares Signal«:

Neue Hyundai-Europazentrale »ein klares Signal«:

Umsatz soll sich bis 2023 auf 600 Mio. Euro verdoppeln

Hyundai Construction Equipment Europe (HCEE) hat seine neue Europazentrale im ­belgischen Tessenderlo offiziell in Betrieb genommen. Bei der feierlichen Eröffnung Anfang Oktober mit zahlreichen Gästen aus Politik und Wirtschaft sowie Handelspartnern aus ganz Europa betonten sowohl K. Y. Kong als CEO von Hyundai Construction Equipment als auch Alain Worp als HCEE-Geschäftsführer, dass der koreanische Weltkonzern mit der für rund 30 Mio. Euro neu gebauten Europazentrale ein »neues Kapitel in seiner Geschichte aufschlägt«. Diese sei ein wichtiger Bestandteil der Strategie, mit der sich Hyundai Construction Equipment unter den fünf wichtigsten Herstellern auf dem globalen ­Bau­maschinenmarkt etablieren wolle. Unter anderem soll dabei der in diesem Jahr in Europa erwirtschaftete Umsatz in Höhe von rund 300 Mio. Euro bis zum Jahr 2023 auf 600 Mio. Euro verdoppelt werden.

In ihren Reden verwiesen K. Y. Kong und Alain Worp auf die im April diesen Jahres erfolgte Umstrukturierung des Konzerns Hyundai Heavy Industries (HHI), der vor allem auf Grund der Krise im Schiffsbau Ende vergangenen Jahres in sechs Bereiche aufgespalten wurde. Die Baumaschinen- und Gabelstapler-Sparte ist seitdem als Hyundai Construction Equipment (HCE) ein eigenständiges Unternehmen, das in Europa als Hyundai Construction Equipment Europa (HCEE) firmiert. »Das war eine enorm wichtige Entscheidung. Jetzt können wir unsere eigenen Strategien entwickeln und schneller auf die Anforderungen des Marktes reagieren«, sagte K. Y. Kong zum bau­MAGAZIN. Deshalb baue Hyundai Construction Equipment in Seoul eine neue Unternehmenszentrale sowie ein neues Werk, das als sogenannte »Smart Factory« Maßstäbe in der Produktion von Baumaschinen und Gabelstaplern setzen soll.


Massive Investitionen

»Als Hyundai Construction Equipment werden wir in den kommenden Jahren massiv in Forschung und Entwicklung sowie in die Qualität unserer Maschinen und in den Service investieren«, kündigte K. Y. Kong an. Er bezeichnete Europa als »einen sehr wichtigen Markt« für Hyundai Construction Equipment, auch wenn dessen Anteil am weltweiten Umsatz von HCE derzeit nur rund zehn Prozent betrage.

»Europa ist deshalb für uns so relevant, weil der technische Standard dort sehr hoch ist. Wenn wir mit unseren Maschinen die europäischen Kunden überzeugen können, dann gelingt uns das auch auf allen anderen Märkten der Welt.« Deshalb sei diese Investition von 30 Mio. Euro in die neue Europazentrale eine »enorm wichtige« Weichenstellung gewesen und »ein Statement« an den Markt: »Wir sind ein europäisches Unternehmen.«

Darüber hinaus ist in der »globalen Vision 2023« definiert, dass Hyundai Construction Equipment sich in technologischer Hinsicht und im Bereich Service als Premium-Anbieter positioniert und so sein Ziel erreicht, einer der fünf größten Baumaschinenhersteller der Welt zu werden. Dass man auf dem richtigen Weg sei, so K. Y. Kong, zeige auch die Entwicklung am Kapitalmarkt. So sei der Wert der HCE-Aktien in den vergangenen Monaten um rund 60 % gestiegen. »Das ist ein klares Zeichen.«

»An der Zeit, einen neuen Schritt zu machen«

Auch für Alain Worp – der seit vielen Jahren in den Diensten von Hyundai ist und dem als ersten Europäer die Leitungsfunktion als Geschäftsführer übertragen wurde – »ist es jetzt an der Zeit, einen neuen Schritt zu machen«. Die dafür nötige Infrastruktur sei jetzt mit der neuen Europazentrale ­vorhanden. »Damit ist für uns ein Traum wahr geworden«, sagte Alain Worp und erinnerte an 1992, als für Hyundai »das europäische Abenteuer« mit fünf Mitarbeitern in Rotterdam begann.

»Wir kommen von sehr weit weg, arbeiten seit 25 Jahren sehr hart«, so Alain Worp weiter. »Heute sind wir ein respektabler Hersteller, der dieses Jahr einen Umsatz von rund 300 Mio. Euro erwirtschaften wird. Und der mit gut 100 Mitarbeitern am neuen Standort in Tessenderlo ein neues Kapitel in seiner Geschichte aufschlägt.«

»Denke global, handle lokal«

Das »Schlüsselwort« dafür laute »Globalisierung«, so Alain Worp, wobei die Devise sei: »Denke global, handle lokal.« Nachdem die Hyundai-Baumaschinensparte jetzt ein eigenständiges Unternehmen sei und es eine neue Europazentrale gebe, werde man im nächsten Schritt den Ausbau des Händlernetzes forcieren.

»Wir sind bereit für die Zukunft!«

»Die Händlerfamilie von Hyundai spielt weiterhin eine enorm wichtige Rolle, damit wir unsere Ziele erreichen können«, betonte Alain Worp und kündigte weitere Investitionen in das Händlernetz an. Darüber hinaus werde man aber auch die Aktivitäten in den Bereichen strategische Partnerschaften, OEM, ODM oder Vermietung intensivieren. »Wir sind bereit für die Zukunft«, betonte Alain Worp.
So werde Hyundai künftig versuchen, nicht nur im Baubereich, sondern auch in anderen Bereichen präsenter zu sein. »Wir sehen gute Wachstumsmöglichkeiten für uns im Segment Recycling oder auch im Abbruch«, sagte Alain Worp, müssten doch die Maschinen dafür nur leicht modifiziert werden. Außerdem setze man in Zukunft nicht allein auf ein »organisches Wachstum«, sondern suche auch nach anderen Möglichkeiten. Dass in »absehbarer Zeit« Hyundai Construction Equipment eine eigene Produktion in Europa aufbaut, das sieht Alain Worp hingegen nicht. »Südkorea, China, Indien und Brasilien, das sind die Länder, in denen wir produzieren. Daran wird sich in den kommenden Jahren nichts ändern.«

125 000 Teile im Lager vorrätig

Die neue Hyundai-Europazentrale in Flandern besteht aus einem dreistöckigen, 5 400 m² großen Verwaltungsgebäude, einem Lagerhaus mit einer Fläche von 13 000 m², einem 1 400 m² großen Schulungszentrum mit sieben Räumen sowie einem 450 m² großen Showroom und einer Veranstaltungshalle. Derzeit sind im Warenlager rund 75 000 Teile vorrätig, in Zukunft sollen es 125 000 sein. Das insgesamt 81 000 m² große Gelände liegt verkehrstechnisch ideal an der Autobahn E 313, die nach Antwerpen führt, wo Hyundai sein Auslieferungslager hat.

»Wir sind sehr stolz auf unsere neue Zentrale«, sagte Alain Worp. »Dies ist ein klares Signal an den Markt, dass wir uns positioniert haben und wir Großes erreichen wollen. Für mich ist das der Anfang unseres erfolgreichen Wegs in die Zukunft.«    ß

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