bauma Aktuelles Messerückblick

MOBA Mobile Automation: Erweiterte und neue Assistenz- sowie Automationssysteme

Die Herausforderungen für Bauunternehmen wachsen. Der stetig steigende Kostendruck und der zunehmende Fachkräftemangel setzen dem Geschäftserfolg der Bauunternehmer zu. Sicherlich herrscht allgemein eine sehr gute Auslastung im Tiefbau. In die Erneuerung und den Neubau von Verkehrswegen wird kräftig von der ­öffentlichen Hand investiert. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Kosten der Bau­unternehmen sinken oder die fehlenden Fachkräfte gepuffert werden. MOBA Mobile Automation hat auf der Bauma für die Bereiche ­Asphalteinbau und Erdbau bewährte sowie neue Lösungen vorgestellt, die Bauunternehmen gute Chancen versprechen, diesen Herausforderungen Herr werden zu können.

Drei Schwerpunkte hatte MOBA dieses Mal für Bauunternehmen gesetzt. Den Straßenbau, den Erdbau und das modellbasierte Arbeiten, das ein Teil von BIM ist und auch ohne ein BIM-Projekt Bauunternehmen bedeutende Vorteile verspricht. Dabei stand im Vordergrund, dass in den Maschinen wichtige Informationen über die aktuellen Arbeiten angezeigt werden. Damit können diese schneller und noch präziser ausgeführt bzw. sehr schwierige oder wiederkehrende Arbeitsschritte automatisiert werden.

Kosten senken im Tiefbau

Egal, welche Erdarbeiten ausgeführt werden, die Sollhöhe muss stimmen. MOBA hat auf der Bauma mit den Xsite-Baggersteuerungen u. a. für diese Herausforderung eine Lösung gezeigt. Die Systeme sind zwischen mehreren Ausbaustufen frei skalierbar: Xsite Easy für »einfache« Nivellierungen, Xsite Pro 2D für Gräben, Profile oder Böschungen, bis hin zu komplexeren Erdbauarbeiten mit Xsite Pro 3D. Der Einstieg kann auch mit kleinem Budget auf kleiner Ausbaustufe erfolgen, und je nach Bedarf und Anspruch kann das System aufgestockt und ausgebaut werden.

Mit MOBA Xsite Pro 3D ist der nächste Schritt im Erdbau vorgestellt worden: Das Aufmaß des Urgeländes und der hergestellten Sollhöhen kann fehlerfrei direkt mit der Baumaschine erfolgen. Aufwendige Zwischenaufmaße durch die oft sehr gut ausgelasteten Vermesser entfallen.

Das Xsite-Display liefert dank Bonded-Technologie auch unter Sonneneinstrahlung nun eine bessere Darstellungsqualität. Die Menüführung ist selbsterklärend, die Erstellung von Profilen und Modellen wurde weiter vereinfacht.

Einige Neuerungen wurden auf der Bauma vorgestellt, so z. B. die Einbindung von Joystick-Knöpfen in die Bedienung des Systems. Jetzt lassen sich die Funktionen der Quick Buttons am Display direkt auf den Joystick legen. Damit kann der Fahrer die Hände an den Joysticks lassen und trotzdem »nullen«.

Erstmals gezeigt: Eingriffe in die Hydraulik, damit übernimmt das System Teile der Maschinenbedienung, um den Fahrer bei beengten Arbeitsbedingungen und besonderen Anforderungen zu unterstützen. So kann der ­Fahrer sich auf die eigentliche Baggertätigkeit konzentrieren, Rotationsbegrenzung, Planumsschutz (Tiefenbegrenzung zum Schutz des Planums) und Höhenbegrenzung (für Arbeiten unter bspw. Stromleitungen) übernimmt das System automatisch.

Neu bei Xsite sind zudem ­eine Vereinfachung von anspruchsvollen Aufgaben, wie eine Abziehautomatik auch bei geneigtem Löffel und eine integrierte Waage, die das aktuelle Ladegewicht im Löffel ermittelt und anzeigt. Diese Helferfunktionen werden künftig im Serienprodukt verfügbar sein und können auch nachgerüstet werden.

Eine Neuheit war auch das System Xsite-Raupe. Damit kann die einfach zu bedienende Plattform nun auf allen Erdbaumaschinen eingesetzt werden.

Deckschichten mit Asphalt

Für den Straßenbauer ist es im wahrsten Sinne des Wortes erfolgsentscheidend, die Wechselwirkungen zwischen Materialtemperatur, Wetterbedingungen und Untergrund sowie dem richtigen Maschineneinsatz optimal zu berücksichtigen. Abweichungen schmälern das Baustellenergebnis empfindlich durch Abzüge und bzw. oder Nachbearbeitungen.

Auf der Bauma hat MOBA eine Systemplattform präsentiert, die die Facharbeiter und Bauleiter bei allen wichtigen Aufgaben – Ebenheit, Schichtdicke, Einbautemperatur, Verdichtung und die Asphaltlogistik – mit wertvollen Informationen unterstützt bzw. diese automatisiert.

Ebenheit

Pinnen schlagen und Leitdraht ziehen kostet viel Geld, ohne dass beides zusätzlich abgerechnet werden könnte. Gleichzeitig bedarf die manuelle Bedienung der Nivellierung viel Erfahrung. Mit einer automatischen, leitdrahtlosen Ebenheitssteuerung werden beide Probleme gelöst. Auf der Bauma hat MOBA mit dem Big Sonic-Ski und der MOBA-Matic II das System gezeigt, dem nach Anbieterangaben mit Abstand die meisten Straßenbauer in Deutschland und auch global bei der Ebenheit vertrauen.


Schichtdicke

Nicht zu viel und nicht zu wenig Mischgut einbauen ist das Gebot im Straßenbau. Dafür spielen die tatsächliche Einbaustärke und das dabei verbaute Material­gewicht pro Fläche die entscheidende Rolle. Das einzige auto­matische und kontinuierliche Schichtdickenmesssystem für Asphaltfertiger wurde auf dem MOBA-Stand gezeigt. Zur Bauma wurde das System MOBA Pave-TM u. a. um eine Datenaufzeichnung, einen kleineren Sensor sowie eine Verbindung mit dem bewährten Temperaturmesssystem Pave-IR erweitert. Nach der Auszeichnung durch den VDBUM im Jahr 2018 (das bauMAGAZIN berichtete in Heft 4/18, Seite 26) wurde dem System in München auch der »Bauma-Innovationspreis 2019« verliehen (siehe Seite 26).

Einbautemperatur und Verdichtung

Die Einbautemperatur sollte immer im Optimum liegen. Ist die Mischguttemperatur zu hoch oder zu niedrig, sind Probleme vorprogrammiert und Abzüge drohen. Je eher die Einbaumannschaft und die Führungswalze die Temperatur des Mischguts erfahren, desto besser können sie reagieren und spätere Einbußen vermeiden. Entsprechend hat MOBA wichtige Erweiterungen des Temperaturmesssystem Pave-IR vorgestellt. Die Mischguttemperatur kann mit Pave-IR jetzt schon im Beschicker gemessen sowie angezeigt werden. Dieses Messergebnis wird der Einbaukolonne und der Führungswalze direkt angezeigt. Zusätzlich sieht der Fahrer in der Führungswalze in Echtzeit das Thermoprofil aus der Messung direkt hinter der Bohle. Mit diesen Informationen kann der Walzenzug zum richtigen Zeitpunkt die Endverdichtung vornehmen.

Die Temperaturdaten können mit allen einschlägigen Lösungen für die Asphaltlogistik verknüpft werden, beim Einsatz der MOBA Cloud live während des Einbauprozesses. Damit ist die oft geforderte Dokumentation der Mischguttemperaturen vom Mischwerk bis zur Verdichtung umsetzbar.

Asphaltlogistik im Einbauprozess

Die durchgängige Dokumentation relevanter Daten während des Einbauprozesses sieht MOBA in der Kombination seiner Systeme für die Einbaumaschinen mit Asphaltlogistik-Lösungen als einzigartig. Vom Transport des Mischguts über den Beschicker, den Einbau mit dem Fertiger bis hin zur Endbearbeitung durch die Walzenkolonne werden Daten ermittelt, gesammelt und stehen für Abrechnung, Dokumentation und Qualitätsüberwachung zur Verfügung.

BIM in der täglichen Praxis

Die BIM-Methode basiert auf dem Ansatz des modellbasierten Arbeiten und stellt eine Erweiterung von heutigen 3D-Baustellen dar. Im Vergleich zur 3D-Baustelle bedeutet die modellbasierte eine weitere Vereinfachung der Arbeitsweise und birgt damit ein zusätzliches Kosteneinsparpotenzial.

Künftig werden die Maschinen mit dem Server im Büro verbunden werden können. Der Fahrer misst das Urgelände, bevor er abträgt, und das Arbeitsergebnis nach jeder Schicht. Immer, bevor er den Bagger verfährt, misst er das Querprofil, in dem er kurz den Löffel auflegt, einen Knopf drückt – fertig. Dadurch wird kontinuierlich aufgezeichnet, wie der tatsächliche Baufortschritt ist. Die abrechnungsrelevanten Punkte sind dann ebenfalls direkt vorhanden.

Mittels des intelligenten Daten-Managements der Xsite-Pro-3D-Lösung sollen Fehler bei der Messpunktspeicherung auf der Maschine durch den Fahrer ausgeschlossen werden. Der Vermesser kann sich auf die wesentlichen Aufgaben fokussieren, wie die zeitnahe Abrechnung des Leistungsfortschritts, denn das ständige Fahren auf die Baustelle wegen fehlender Pflöcke und für Zwischenaufmaße entfällt.  §

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