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Ford Werke: »Transit« ist künftig mit Mild-Hybrid-Dieselantrieb verfügbar

Der neue Ford Transit hat auf der IAA für Nutzfahrzeuge in Hannover seine Weltpremiere gefeiert.

Die größte der vier europäischen Nutzfahrzeug-Baureihen von Ford wartet unter anderem mit integrierter Konnektivität und überarbeiteten Motoren auf, die nun um bis zu 7 % sparsamer sein sollen als die bisherigen Triebwerke. Hinzu kommt erstmals eine mHEV-Version, also eine Mild-Hybrid-Dieselvariante, die speziell in Start-Stopp-Situationen wie im innerstädtischen Einsatz eine Kraftstoffersparnis von weiteren 8 % ermöglichen soll. Für niedrigere Betriebskosten soll auch das neue FordPass-Connect-Modem sorgen, das Flottenbetreibern eine punktgenaue Einsatzplanung ihrer Firmenwagen erleichtert.

Der neue Ford Transit rollt Mitte 2019 zu den Händlern und soll die Erfolgsgeschichte der Baureihe fortsetzen, die nach Anbieterinformationen sowohl in Europa als auch in Nordamerika die Marktführerschaft in ihrem Segment übernommen hat. So fanden zwischen Januar und August 2018 rund 67 000 Transit-Exemplare in Europa einen Käufer. Dies entspricht einer Steigerung von 14 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. »Der neue Ford Transit ist robust und praktisch, wie ihn unsere Kunden sich wünschen, mit nochmals niedrigeren Betriebskosten und einer Konnektivität, die für einen effizienten Einsatz sorgt«, sagt Michael McDonagh, Leitender Ingenieur des weltweiten Transit-Programms bei Ford Europa. »Zugleich gibt Ford mit dem neuen Transit auch in puncto Elektrifizierung das Tempo vor. Die neue Mild-Hybrid-Variante ist wie geschaffen für den innerstädtischen Liefer- und Verteilerverkehr.«

Verbesserte Kraftstoff-Effizienz der Ecoblue-Motorenfamilie

Ford hat die 2-l-Turbodiesel der Ecoblue-Motorenfamilie für den Einsatz im neuen Transit weiter verbessert. Ergebnis ist ein Kraftstoffverbrauch, der – so die Daten der Entwickler– im Alltagseinsatz gegenüber dem Vorgängermodell um bis zu 7 % niedriger liegen soll. Erreicht haben die Ingenieure diesen Fortschritt zum Beispiel über ein optimiertes Einspritzsystem, das nun mit einem maximalen Druck von 2 200 bar arbeitet und auf diese Weise einen effizienteren Verbrennungsprozess unterstützt. Hinzu kommen neue Stahlkolben mit schlankeren Kolbenschäften (anstelle von Alu-Komponenten) sowie innermotorische Maßnahmen zur Reduzierung der Reibung.


Ebenfalls positiv auf den Wirkungsgrad sollen sich die weiter optimierten Nebenaggregate auswirken. So fördert die variable Ölpumpe das Motorschmiermittel bedarfsgerecht, und auch die elektro-mechanische Servolenkung EPAS, die Ford erstmals im Transit mit 2 t Nutzlast einsetzt, soll den Energiebedarf senken. In die gleiche Richtung zielen ein Programm zur Gewichtsreduzierung, Leichtlaufreifen und aerodynamische Verbesserungen.

Weitere Verbrauchssenkungen will Ford durch das automatische Start-Stopp-System erreichen, das für alle Modellversionen des neuen Transit zur Se­rienausstattung zählt, und den »Efficient Drive Mode«. Dieses Fahrprogramm gewinnt aus den Informationen des GPS- und Navigationssystems Erkenntnisse über die vorausliegende Streckencharakteristik und leitet daraus Hinweise für eine sparsamere Fahrweise ab.

Neue Motorvariante mit einer Leistung von 136 kW (185 PS)

Das Motorenangebot des neuen Transit mit den Leistungsstufen 77 kW (105 PS), 95 kW (130 PS) und 125 kW (170 PS) rundet Ford mit einer neuen, vierten Variante nach oben ab. Sie leistet 136 kW (185 PS), das maximale Drehmoment beträgt 418 Nm. Dank einer verbesserten Turbolader-Geometrie stehe das Drehmoment, so Ford, auch bei den anderen drei Leistungsstufen über einen breiteren Bereich zur Verfügung. Neben dem serienmäßigen 6-Gang-Schaltgetriebe führt Ford ab Frühjahr 2020 für den Transit mit Heckantrieb zudem eine 10-Gang-Automatik ein. Über eine adaptive Steuerung passt sie die Schaltvorgänge flexibel der Fahrweise und den äußeren Bedingungen an.

Erster Mild-Hybrid-Transporter im Transit-Segment

Mit einer weiter verbesserten Kraftstoffeffizienz will auch die Mild-Hybrid-Diesel-Technologie (mHEV) überzeugen, die Ford als nach eigenen Angaben erster Hersteller im Transit-Segment anbietet. Die Technologie steht für die Transit-Varianten sowohl mit Front- als auch mit Heckantrieb auf Wunsch zur Verfügung. Dank mHEV-Technologie wird laut Ford in Situationen mit häufigem Start-Stopp-Betrieb, wie zum Beispiel im innerstädtischen Liefer- und Verteilerverkehr, ein zusätzliches Einsparpotenzial von 8 % möglich.

Bei der Mild-Hybrid-Diesel-Technologie ersetzt ein riemengetriebener Anlassergenerator die konventionelle Lichtmaschine. Er kann Bewegungsenergie in Roll- oder Verzögerungsphasen rekuperieren und in einer Li-Ionen-Batterie mit einer Spannung von 48 V speichern. Diese elektrische Energie greift anschließend bei niedrigen Drehzahlen in Beschleunigungsphasen unterstützend ein und übernimmt den Antrieb von Neben-Aggregaten. Das System steigert damit den Wirkungsgrad und verbessert die Verbrauchseffizienz.

Leichtbau-Komponenten

Geht es um die maximale Nutzlast, soll auch der neue Transit dank Gewichtsoptimierung weiter zu den Besten der Klasse zählen. Als Leichtbaukomponenten nennt Ford die neue Alu-Motorhaube, formgedrehte Stahlfelgen mit passgenau variierenden Materialquerschnitten und ein einflutiger Auspufftopf anstelle des bisher genutzten Zweikanalstrangs. Erstmals im Transit ersetzt auch eine Spritzwand aus ebenso leichtem wie starkem Verbundmaterial die bislang verwendete Stahlausführung.

FordPass-Connect-Modem

Ford erweitert das Konnektivitätsangebot über sein Nutzfahrzeug-Modellangebot und bietet für den neuen Transit erstmals das FordPass-Connect-Modem an. Es ermöglicht Flotten­betreibern in Echtzeit den Zugriff auf Fahrzeugdaten und Dienstleistungen wie Ford ­Telematics und Ford Data ­Services, die einen effizienteren und kostengünstigeren ­Betrieb des Firmenfuhrparks ­unterstützen und Mitte 2019 auf den Markt kommen sollen. Das Modem dient zugleich als Schnittstelle für Funktionen der FordPass-Mo­bile-App, mit der sich zum Beispiel die Einsatzzeit optimieren und unproduktive Standzeiten reduzieren lassen. Externe Elektronik- und Arbeitsgeräte können über das programmierbare Interface-Modul auf die ­Daten des Ford Transit zugreifen.    §

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