Aktuelles Unternehmensführung

Coreum: 14 Mann und drei Fahrmischer bei der Schulung

Premiere in Stockstadt am Rhein: Die Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BGRCI) lud zu einer Schulung zur »Sachkunde für das Prüfen von Betonfahrmaschinen« in das Coreum ein. Das Format ist neu und zeigt sich praxisnah mit hochkarätigen Referenten und – darin waren sich alle Beteiligten einig – war lange überfällig.

Viele Arbeitsunfälle passieren bei Wartungs- und Entstörungsarbeiten – man ist hektisch, der Beton wartet«, erzählt Christian Katzer, der als Fachkraft für Arbeitssicherheit schon einige Schadensbilder live gesehen hat und dankbar ist, dass die BGRCI gezielt zur DGUV Regel 113-604 geladen hat. »Wenn man weiß, was man tut, arbeitet man sicherer.« Und so erhalten die 14 Teilnehmer über zwei Tage viel Input, nicht nur zur eigentlichen Prüfabnahme, sondern generell zum Instandhalten eines funktionsfähigen Mischfahrzeugs.

Einen Raum für Ideen bieten

»Mit der Schulung sprechen wir gezielt diejenigen an, die die Maschinen warten und von Arbeits­mitteln nach der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) abnehmen«, bestätigt Martin Böttcher von der BGRCI. Angereist sind zur Schulung Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Flotten-Manager und Werkstattmeister. »Andere Baubereiche haben bereits vergleichbare Lehrgänge. Im Transportbetonsektor können wir mit einer entsprechenden Aufklärung viele Schadensfälle vermeiden«, erläutert Böttcher. Als Koordinator für die Branche Baustoffe-Steine-Erden hat er das Konzept der Veranstaltung entworfen und die Internationale Hydraulik Akademie (IHA) mit an Bord geholt, schließlich steht mit einer kaputten Hydraulik die ganze Trommel. Eine fachgerechte Wartung von Pumpe, Schlauchleitungen und Co. wirkt sich damit direkt auf Betriebssicherheit und Wirtschaftlichkeit der Fahrzeuge aus. Jens Naumann erklärt im Fachvortrag, worauf es ankommt. »Zum Thema Hydraulik wird in der Ausbildung bislang bestenfalls Halbwissen vermittelt«, sagt der Trainer Fluid- und Leitungstechnik bedauernd.


Alles vor Ort

Zum Abschluss des Theorieteils tritt Andreas Gruber, Bereich Anwendungsberatung und Trainer im Coreum, engagiert vor die Zuhörenden. In seiner Präsentation hat er zahlreiche Schadensbilder dokumentiert. Während die Teilnehmer noch im Schulungsraum diskutieren, offenbart der Blick in die Expohalle drei Mischfahrzeuge. Ein starker Wind macht dem Praxisteil im Außengelände einen Strich durch die Rechnung, aber im Coreum ist Platz in der Halle.

Und so kann die Gruppe das Gelernte in die Tat umsetzen und ein Prüfprotokoll an der laufenden Mischtrommel abarbeiten. Hersteller Putzmeister hat in Kooperation mit ETC Eurotruckcenter ein Fahrzeug inklusive Quality Assurance Manager bereitgestellt. Dieser hört aufmerksam zu, als die Teilnehmer aus ihrer Praxis berichten. Leitern seien immer ein Gefahrpunkt, so die einstimmige Meinung: Bei zahllosen Auf- und Abstiegen pro Tag sei die Unfallgefahr hier mit am größten.

Andreas Gruber konnte zur Begutachtung und Schulung auch zwei weitere Fahrmischer bereitstellen, denen man die Betriebsstunden an einigen Stellen ansieht. So haben die Fachkräfte die Möglichkeit, Schadensbilder im Entstehen zu entdecken und die Lösungen verschiedener Hersteller zu vergleichen.    t

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