Im Blickpunkt

Bis Ende 2018 soll der Umsatz auf 50 Mio. Euro ansteigen

Von Michael WulfDieser Optimismus kommt nicht von ungefähr. So betont Giuseppe Carraro, der zusammen mit seine Tochter Francesca und seinem Schwiegersohn Stefano Zanini das Unternehmen leitet, dass man in Deutschland in den ersten fünf Monaten dieses Jahres bereits ein Umsatzplus von rund 25 % erzielen konnte, was zeige: »Wir sind auf einem richtigen und guten Weg.«

Operativ zuständig für das MultiOne-Geschäft in Deutschland ist seit Beginn dieses Jahres nicht mehr die Ende 2010 im bayerisch-schwäbischen Nördlingen eröffnete Deutschland-Niederlassung, sondern die im rund 40 km entfernten Buchdorf ansässige Alfred Wirth GmbH, die als Generalimporteur von MultiOne fungiert. »Unser Konzept in Nördlingen hat leider aus den unterschiedlichsten Gründen nicht so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt haben«, sagt Giuseppe Carraro. »Es sind Fehler gemacht worden. Vor allem fehlte es uns aber an ausreichend qualifiziertem Personal, zudem gab es Kommunikationsprobleme.«

»Richtige Lösung« für Deutschland

Das beziehe sich aber ausdrücklich nicht auf den bisherigen Niederlassungs-Geschäftsführer Siegfried Peter, so Giuseppe Carraro. Denn der leitet zusammen mit seinem Sohn Martin als Geschäftsführer die Alfred Wirth GmbH und ist somit wie bisher schon der wichtigste MultiOne-Partner in Deutschland. »Wir sind mit der Firma Alfred Wirth als Generalimporteur für unsere Maschinen sehr zufrieden und überzeugt davon, jetzt die richtige Lösung für den deutschen Markt gefunden zu haben«, sagt Stefano Zanini.

So habe man »aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt« und werde künftig »als ein Team« auftreten. Zudem seien in Zukunft einige von den rund 40 Mitarbeitern bei Wirth speziell nur für Multi­One und dessen Produkte zuständig, für die in Buchdorf auch ein neues Gebäude errichtet werde. Die bisherige Niederlassung in Nördlingen fungiert künftig als Wirth-Händler, wobei Walter Koppold als bisheriger Gebietsverkaufsleiter Süddeutschland weiterhin »eine wichtige Rolle spielt«, so Moira de Stefani.Bei der Neuausrichtung von MultiOne in Deutschland stehen gleich mehrere Punkte im Fokus. So wolle man, erläutern Giuseppe Carraro, Stefano Zanini und Moira de Stefani, vor allem im Bereich der Bauwirtschaft Marktanteile hinzugewinnen. »Das ist eines unserer erklärten Ziele«, sagen sie.

Verstärkt im Bereich Bau präsent


Weshalb auch beim Ausbau des bundesweiten Händlernetzes, dem zweiten strategischen Ziel, vor allem auch darauf Wert gelegt wird, dass ein neuer Handelspartner vor allem auch im Bereich Bau präsent ist. »In der Bauindustrie gelten andere Anforderungen als beispielsweise in der Agrarwirtschaft, in der wir mit unseren Maschinen gut vertreten sind«, so Giuseppe Carraro. »Dem wollen wir bei der Wahl unserer neuen Händler Rechnung tragen.«

Auch ein neues Mietkonzept werde man er­stellen, um in der Baubranche noch besser Fuß fassen zu können. Sowie den Service und die Er­satz­teilversorgung so organisieren, wie es die Kun­den in Deutschland gewohnt sind. Des Weiteren denke man darüber nach, so Giuseppe Carraro und Stefano Zanini, neben regionalen Händlern künftig eventuell auch mit einem überregional tätigen Handelspartner zusammenzuarbeiten.Neben der neuen Strategie ist es aber auch die neue Maschinengeneration von MultiOne, von der sich Giuseppe Carraro, Stefano Zanini und Moira de Stefani vor allem für den deutschen Markt viel versprechen. So wurden die verschiedenen Mo­delle in den Leistungsklassen von 28 PS bis 78 PS (20 kW bis 57 kW) in jetzt fünf Reihen (Serie 6 bis Serie 10) neu strukturiert und typisiert. Beispielsweise ist die Bezeichnung der so erfolgreichen Serie SL 800 mit dem Modell »SL 840 DTP Double Speed« geändert worden, und zwar in die Serie 8 mit der Modellbezeichnung »8.4 S«, wobei das »S« für »Speed« steht.

Zwei neue Maschinentypen


»Wir haben selbstverständlich aber nicht nur die Bezeichnung geändert, sondern die Maschinen sind in allen Reihen komplett neu überarbeitet worden«, so Moira De Stefani. Dazu zählen unter anderem ein neues Design, durch das die Multifunktionslader noch kompakter geworden sind, ein neu konstruierter Teleskopausleger oder auch eine größere und übersichtlichere Kabine.

Zwei Maschinentypen sind ganz neu in das Multi­One-Programm integriert worden: die »Serie 7« mit einer Leistung von 35 PS und einem Gewicht von 1 630 kg sowie die »Serie 10«, der »neuen Top-Serie« von MultiOne, so Stefano Zanini. Die neue Maschine, die seit Ende Juli ausgeliefert wird, verfügt über einen 80-PS-Motor, ist bis zu 40 km/h schnell und das Gesamtgewicht liegt bei knapp 2 t. »Damit haben wir unser Produkt-Portfolio leistungsmäßig noch einmal nach oben erweitert und im Vergleich mit unserem Wettbewerber wieder einmal die Nase vorn«, betont Stefano Zanini.

Integration von Q Trak diskutiert

Außerdem werde darüber nachgedacht, ob künftig nicht auch die Ende 2011 auf den Markt ge­brachten Radlader der Q-Trak-Serie »in die blaue MultiOne-Typenfamilie integrieren werden soll«, so Giuseppe Carraro. Bislang wurden die drei Modelle mit einem Gewicht von 1,9 t bis 3,4 t und einer Motorleistung von 24 kW bis 36 kW eigenständig vermarktet – mit eigenem Logo, anderer Farbensprache und eigener Internet-Präsenz.

»Kommt es zur Integration, dann hätten wir eine komplette Range von multifunktionalen Maschinen bis zu einem Einsatzgewicht von 3,5 t und damit ein weiteres Alleinstellungsmerkmal

im Wettbewerb.« Ein anderer großer Vorteil bei ­MultiOne sei zudem, dass man rund 90 % der mehr als 100 verschiedenen Anbaugeräte selbst produziert bzw. von der in Ravenna ansässigen Schwesterfirma Zapptor produzieren lässt,

Wettbewerb soll forciert werden

Den Wettbewerb will MultiOne künftig auch auf anderen Märkten forcieren. Neben Deutschland, der Schweiz und Österreich sind es vor allem der US-amerikanische Markt sowie Südafrika und Thailand, wo MultiOne überproportional wachsen will. »Dabei gehen wir Schritt für Schritt unseren eigenen Weg, richten uns nicht nach Wettbewerbern und bieten Qualität nach deutschem Standard«, betont Giuseppe Carraro, der am liebsten in Deutschland produzieren würde.

»Dann könnten wir das Qualitätsmerkmal ›Made in Germany‹ nutzen, und dafür würde ich sogar das schlechte Wetter in Kauf nehmen«, scherzt der 72-Jährige, der im Wirtschaftsleben die sogenannten deutschen Tugenden über alles schätzt.»Unseren Gewinn investieren wir immer sofort wieder in das Unternehmen«, sagt er und verwies in diesem Zusammenhang auf die zuletzt in die neuen Produktreihen investierten 1,5 Mio. Euro. »Für diese Investitionen haben wir keine Bank fragen müssen, denn wir brauchen sie dafür nicht.« Das werde auch künftig die Devise des Familienunternehmens sein, so Giuseppe Carraro, der »noch so lange jeden Tag ins Büro gehen möchte, so lange der liebe Gott mich lässt«.

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