Aktuelles Verkehrswegebau – Tiefbau

Bergmann - Hauser Umwelt-Service: Tunneldumper fahren für »Stuttgart 21« mit Schutzbelüftung

Seit 55 Jahren sind die Dumper der Bergmann Maschinentechnik aus Meppen weltweit im Einsatz. In Arbeitsbereichen, die durch aggressive Stäube oder Schadstoffe geprägt sind, sorgt dabei die Alva-Schutz­belüftung von Hauser Umwelt-Service für die dringend benötigte gesunde Luft in den Fahrerkabinen – auch beim Bahn-Mammutprojekt »Stuttgart 21«.

Der Untergrund im Projekt »Stuttgart 21« stellt selbst für erfahrene Tunnelbauer eine Herausforderung dar: Dolinen (Senken) und Hohlräume prägen die Gesteinsformation. Zudem liegt der Bahnhof oberhalb einer Anhydritschicht, die sich in Kontakt mit Wasser in Gips verwandelt – und dann enorme Druckkräfte freisetzen würde. Damit das nicht passiert, setzen die Tunnelbauer auf den trockenen Vortrieb. Dieser ist allerdings mit einer starken Staubbelastung verbunden, die nur durch die gas- und staubgeprägte Luft nach einer Sprengung noch gesteigert wird. Ist ein Stück des Felsens weggesprengt, sichern die Bergleute den freigelegten Teil der Röhre mit Stahlgittern und Spritzbeton.


Herausforderung Arbeitsplatz

Rund 57 km neue Bahnstrecken sollen für »Stuttgart 21« entstehen, 60 % davon verlaufen in Tunneln. Manche, wie der in Obertürkheim, führen unter der Flusssohle entlang. Die raue Untertagewelt verlangt nicht nur von den Menschen, auch von Maschinen- und Fahrzeugtechnik, sehr viel. Für Reparaturen ist weder Zeit noch Platz, also muss die Technik zuverlässig und sicher sein, so wie bei den Dumpern.

»Ein Dumper ist wirtschaftlicher als ein Lkw, hat mehr Transportvolumen als ein Radlader und ist geländegängiger und wendiger als ein Schlepper mit Anhänger«, betont Dirk Fasthoff, Leiter des Geschäftsbereiches Fahrzeugbau bei Bergmann Maschinenbau. Ungewöhnliche Arbeitsbereiche sind die Dumper von Bergmann gewöhnt. In den Stuttgarter Tunneln kommt für die 16 Fahrzeuge noch einiges dazu: Viele Strecken bieten keine Wendemöglichkeiten. Ungeachtet der teilweise schwierigen Arbeitsbedingungen sollen im Projekt ca. 8 Mio. m³ Aushub und 1,5 Mio. m³ Beton transportiert bzw. verbaut werden – entsprechend wird auch von den Dumpern eine entsprechend hohe Transportleistung erwartet.

Maschinentechnik mit einem Herz für Komfort

Mit dem 5025 HK Plus von Bergmann, einem knick-gelenktem Zweiachsfahrzeug mit 260 PS, sind 25 t Nutzlast garantiert. Ausgerüstet ist der Dumper mit einem Dieselpartikelfilter und Adblue-Einspritzung. Mit einem Eco-Modus kann der Kraftstoffverbrauch nach Anbieterangaben ohne Leistungseinbuße weiter verringert werden. Eine verbesserte Menüführung und mehr Funktionen in der Fahrerkabine sowie die optimierte Anordnung der LED-Scheinwerfer schaffen eine höhere Sicherheit für den Dumperbetrieb. Für den Fahrer erlaubt der um 180° drehbare Fahrerstand eine maximale Sicht beim Vorwärts- und Rückwärtsfahren oder auch Manövrieren des Heckkippers im Gefahrenbereich. »Besonders im Tunnelbau, wo es keine Wendemöglichkeiten gibt, wird der drehbare Fahrerstand in der täglichen Praxis sehr geschätzt«, betont Fasthoff. Das Leistungspaket von Bergmann im Stuttgarter Projekt bietet Sicherheit und Komfort für Fahrzeugbetrieb und Fahrer, damit eine 12-Stunden-Schicht nicht zur Belastung wird, geringe Abgaswerte, weil auch im Tunnel jedes schädliche Partikel zählt und einen möglichst einfachen Zugang zum Fahrzeug – plus frischer Kabinenluft.

Fahrersicherheit auch in Extrembereichen

Die Fahrzeuge in kritischen Arbeitsbereichen einzusetzen, wie kontaminierte Böden, Asbest oder aggressiver und hoher Staubgehalt in der Luft wie bei »Stuttgart 21« fordern zusätzliche Vorkehrungen in den Dumper-Fahrerkabinen. Die Fahrer benötigen eine entsprechend zuverlässige Schutzbelüftung.

Seit einigen Jahren arbeitet das Unternehmen mit Hauser Umwelt-Service in Krefeld zusammen. Dirk Fasthoff: »Das Erstausrüsten oder auch Nachrüsten der Schutzbelüftung ist aufgrund der kompakten Bauweise der Correct-Air-Anlage sowohl auf Rad- als auch Ketten-Dumpern möglich. Die Standardkabinen werden teilweise schon während unseres Produktionsprozesses mit der Schutzbelüftungsanlage ausgestattet.«

Bewährte Technologie für den Fahrerschutz

In den Bergmann-Dumpern steckt ein auf die anspruchsvollen Einsatzbedingungen hin optimiertes Correct-Air-Alva-Schutzbelüftungssystem. Die Anlagen von Hauser Umwelt-Service gelten als langlebig und versprechen einen zuverlässigen Schutz gegen gesundheitsgefährdenden Staub und gasförmige Schadstoffe. Die Dumper sind in vielen Arbeitsbereichen nutzbar und erfordern deshalb eine kompakte Atemluftversorgung mit besonders wirksamem Partikelschutz.

»Die für diese Anwendungen entwickelte Alva-Anlage arbeitet seit mehr als 20 Jahren mit einer 4-stufigen Filterung: Die Filterstufen schützen wirksam selbst vor stark gesundheitsbelastenden Stoffen. Grobe Feststoffe werden über den Zyklon ausgeschieden. Der nachfolgende Grobstaubfilter filtert den Staub aus der Luft. Durch den Feinststaubfilter mit einem mittleren Fraktionsabscheidegrad von 99,97 % werden auch kleinste, schädliche Restpartikel, sogenannte lungengängige Stäube, aus der Umgebungsluft entfernt«, betont Carsten Plänker, Betriebsleiter bei Hauser Umwelt Service. Die Schutzstufe basiert auf qualitativ anspruchsvollen, nassgelegten Glasfasermedien. Der zuverlässige Schutz gegen gesundheitsgefährdenden Staub und asbesthaltige Luft, wie das mitunter im Arbeitsbereich der Dumper der Fall ist, stelle, so Plänker, für das Mehrfachfiltersystem von Hauser kein Problem dar.

Ausgelegt ist die nahezu wartungsfreie Schutzbelüftungsanlage für eine Luftmenge von 20 m³/h bis 100 m³/h. Eine Basis-Steuerung des Typs Correct Air C84 kontrolliert den Betrieb der Anlage, der nur mit eingelegten Filtern möglich ist. Die Steuerung reguliert zum einen die Luftfördermenge in der Fahrerkabine, ist zugleich aber auch eine optimale Druckkontrolle: Bei einem Druckspektrum von 20 bis 300 Pascal überwacht sie die Filterleistung und meldet umgehend Abweichungen vom vorprogrammierten Druckwert. Akustische und optische Warnsignale helfen so dem Fahrer, frühzeitig einen Filterwechsel vorzunehmen. Das Filteraufnahmefach ist gut zugänglich und ein Filterersatz durch den Fahrer leicht ausführbar.    §

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