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Bauma wieder in der Rekordspur: »Das gibt der Branche Aufwind«

... lautet das Fazit von Johann Sailer, Vorsitzender des Fachverbandes Bau- und Baustoffmaschinen im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) und Präsident des Europäischen Baumaschinenverbandes CECE. Insgesamt präsentierten 3420 Aussteller, 1 346 nationale und 2074 internationale Unternehmen aus 57 Ländern auf einer Rekordfläche von 570000 m² die neuesten Produkte und Innovationen der Bau- und Bergbaumaschinenbranche – und das mit unglaublichem Erfolg, wie Stefan Heissler, Mitglied des Direktoriums der Liebherr-International AG, bestätigt: »Wir können ein absolut positives Fazit nach der Messe ziehen. Kunden aus aller Welt waren zu Gast auf unseren Ständen und wir haben zahlreiche Aufträge abgeschlossen. In einigen Produktbereichen wurden die Erwartungen sogar weit übertroffen.« Auch Michael Heidemann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Zeppelin Baumaschinen GmbH, ist mehr als zufrieden: »Vom ersten Messetag an wurde der Stand von Zeppelin und Caterpillar fast überrannt. Wir haben auf der Bauma 2013 so viele Maschinen verkauft wie noch nie zuvor und damit einen neuen Rekord aufgestellt.«


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Mehr als zufrieden war auch Klaus Dittrich, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe München: »Unsere Aussteller waren von der Qualität und Internationalität der Besucher begeistert. Es wurden gute Geschäfte gemacht. Mit mehr als 200 000 Besuchern aus dem Ausland lag die Zahl internationaler Gäste so hoch wie nie zuvor. Der Zuspruch dieses Jahr war einfach überwältigend.« Die Top-Ten-Besucherländer waren Deutschland, Österreich, die Schweiz, Italien, die Russische Föderation, Frankreich, die Niederlande, Großbritannien, Schweden und Polen. Das Bauma-Partnerland Indonesien war mit einer hochrangigen politischen Delegation und gut 800 Besuchern ebenfalls stark vertreten.

Keiner Wunder also, dass so gut wie alle Aussteller die 30. Bauma in den höchsten Tönen lobten. »Für Herrenknecht hat sich diese Bauma von ihrer besten Seite gezeigt. Das Publikum war erstklassig und sehr global. Wir konnten unser breit aufgestelltes Portfolio und unsere Spitzeninnovationen im Tunnelling und Mining sehr gezielt vermitteln«, sagte beispielsweise Dr.-Ing. E. h. Martin Herrenknecht, Vorsitzender des Vorstandes von Herrenknecht. Und Prof. Sebastian Bauer, Geschäftsführer Forschung und Entwicklung der BAUER Maschinen GmbH, formulierte seine Begeisterung so: »Die Bauma ist die größte Baumaschinenmesse der Welt. Da sind wir als bayerische Lokalpatrioten natürlich auch stolz darauf, dass die hier bei uns in München ist. Diese Messe hat eine unglaubliche Leuchtturmkraft und bringt eben die Leute aus aller Welt hierher.«

Auch Stefan Fuchs, Vorstandsvorsitzender der Goldhofer AG, schwelgte in Superlativen: »Die Bauma an sich ist ein Highlight – ein voller Volltreffer. Wir sind sehr zufrieden und freuen uns jetzt schon auf 2016. Die Bauma war ein einzigartiges ›Fest‹ und ist absolute Champions League im ›Messezirkus‹.« Für Cem Peksaglam, CEO der Wacker Neuson SE, war die Bauma 2013 ebenfalls ein großer Erfolg. »Bereits an den ersten Tagen war der Andrang auf unserem Messestand enorm«, sagte er. »Wir ­haben im Laufe der Bauma-Woche Kunden aus Deutschland, Europa und der ganzen Welt an unserem Stand begrüßen und sie von der Vielseitigkeit unserer Produktpalette, unseren Neuheiten und unserem breiten Dienstleistungsangebot überzeugen können. Das Thema Umweltschutz ist von zunehmender Bedeutung, das wurde auf dieser Bauma sehr offenkundig.«

Ebenfalls zu einem ausnahmslos positiven Urteil kamen die befragten ausländischen Aussteller. So sagte Ron DeFeo, Chairman und CEO der Terex Corporation (USA): »Als größte Branchenveranstaltung bot die Bauma die einzigartige Gelegenheit, eine Vielzahl von Kunden aus aller Welt zu treffen.« Ebenso erfolgreich lief die Bauma für den chinesischen Konzern XCMG, wie deren Vice President Yanmei Zhang erklärte: »Wir haben Aufträge im Gesamtwert von mehr als 10 Mio. Euro erhalten, was rund 120 Maschinen entspricht. Unsere Investitionen in die Messe haben sich gelohnt.« Auch für Pat Olney, Präsident von Volvo Construction Equipment, hat sich der Messe-Auftritt gelohnt. »Die Bauma bietet den Kunden die große Gelegenheit, sich einen Überblick über die gesamte Branche zu verschaffen, und uns die Möglichkeit, Volvo als Marktführer zu präsentieren«, sagte er. »Es ist sehr wichtig, dass wir verstehen, wohin die Erwartungen der Kunden tendieren, welche Technologien im Fokus stehen und wie sich die Wettbewerber präsentieren.«

Zur Messe-Eröffnung hatten bereits VDMA-Präsident Dr. Thomas Lindner und Prof. Dipl-Kfm. Thomas Bauer als Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie darauf hingewiesen, dass die deutschen Unternehmen im weltweiten Wettbewerb einen »ausgezeichneten Ruf« genießen und trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen positiv in die Zukunft schauen können. So rechnet man beim VDMA für 2013 nach der aktuellen Delle mit einer Belebung im zweiten Halbjahr, sagte Lindner, sodass der von den deutschen Herstellern 2012 erzielte weltweite Umsatz von 12,5 Mrd. Euro wieder knapp erreicht werden sollte. Die Exportquote der deutschen Bau- und Baustoffmaschinenbranche liege derzeit bei 73 %, wobei 39 % der Exporte in die EU gingen.

Sorgen bereite allerdings der schwache chinesische Markt, auf dem der Absatz der deutschen Hersteller im vergangenen Jahr um 25 % eingebrochen sei. »Gerade im Bereich der Standardmaschinen haben die Chinesen in den vergangenen Jahren erheblich aufgeholt und auf den Weltmärkten sind sie mittlerweile zu ernsthaften Wettbewerbern geworden«, sagte Lindner. »Allerdings waren die deutschen Unternehmen ihnen meist mindestens einen Schritt voraus. Weshalb wir zuversichtlich sind, dass wir diesen Technologievorsprung zumindest auf absehbare Zeit halten können.«

Dass die deutsche Bauindustrie mit eine Bauleistung von rund 30 Mrd. Euro gemeinsam mit der französischen Bauindustrie eine Spitzenstellung auf dem Welt-Baumarkt einnimmt, darauf verwies Thomas Bauer. Gute Marktchancen sieht Bauer weltweit vor allem im Bereich der Infrastruktur. »Zum einen gibt es in den industrialisierten Ländern einen großen Nachholbedarf im Bereich der Verkehrsinfrastruktur«, sagte er. »Besonders die USA haben in den vergangenen Jahrzehnten ihr Straßen- und Schienennetz vernachlässigt und müssen investieren, um international wettbewerbsfähig zu bleiben. Aber auch in Osteuropa, vornehmlich in Russland und Polen, sei der Bedarf an Infrastruktur nach wie vor groß. Zudem erfordere das Bevölkerungswachstum in den Schwellenländern neben dem Ausbau der Verkehrswege auch die Schaffung von Wohnraum. »Vor allem im pazifisch-asiatischen Raum werden wir ein enormes Wachstum der Städte sehen«, so Bauer. Dort verlangten die Menschen zudem nach höheren Standards im Bereich der Versorgungs- und Entsorgungsinfrastrukturen sowie einen verbesserten Klima- und Umweltschutz. Deshalb habe die deutsche Bauindustrie dort gute Chancen, weil sie über das entsprechende technische Know-how in diesem Bereich verfüge.  Aus diesem Grund erwartet Bauer einen weiteren Anstieg des Auslandsgeschäfts für die deutsche Bauindustrie – zumal die Perspektiven für die Bauindustrie weltweit ausgezeichnet seien. So habe laut dem Forschungsinstitut Oxford Economics der weltweite Baumarkt heute ein Volumen von 7,5 Billionen Dollar mit einem Anteil von 13,4 % am Welt-Bruttosozialprodukt. »Die Ökonomen gehen davon aus, dass dieser Baumarkt bis 2020 um 70 % auf 12,7 Billionen Dollar ansteigen und damit einen Anteil von 14,6 % am internationalen Bruttoinlandsprodukt erreichen wird«, so Bauer. »Und ­damit ergeben sich sowohl in den Industrie- als auch in den Schwellenländern gute bis sehr gute Marktchancen.« Weshalb festgestellt werden könne: »Die weltweite Bauwirtschaft hat noch über viele Jahre eine in der Summe positive Entwicklung vor sich.«

Die nächste Bauma findet vom 11. bis 17. April 2016 in München statt.


Michael Wulf

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