Im Blickpunkt

Als Marke noch präsenter werden und dabei authentisch und glaubwürdig bleiben

Dessen innovative und hochqualitative Produkte von weltbekannten Marken verbaut werden, ohne dass dies einer breiten Öffentlichkeit bekannt ist. Dessen Service- und Dienstleistungsnetz Standards setzt und für eine hohe Kundenzufriedenheit sorgt. Und das sich als traditionsreiches Familienunternehmen trotz der Globalisierung seiner wirtschaftlichen und sozialen Verantwortung für die Heimatregion immer bewusst geblieben ist. Welche Perspektiven und Ziele die AL-KO Kober Group hat, die in den Bereichen Fahrzeugtechnik, Gartengeräte und Lufttechnik im vergangenen Jahr mit insgesamt 4 200 Mitarbeitern an 50 Standorten einen Umsatz von 676 Mio. Euro erwirtschaftete, das haben am Stammsitz in Kötz im bayerisch-schwäbischen Landkreis Günzburg Markus Spengler, Segment- und Vertriebsleiter Nutzanhänger Europa, Marketingleiter Hans Posthumus und Thomas Lützel, zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, im Redaktionsgespräch mit dem bauMAGAZIN skizziert. Im Mittelpunkt steht dabei die »Zukunftsoffensive 2015« – aber auch das Bekenntnis, dass AL-KO seinen Grundwerten und seiner Philosophie treu bleibt: »Al-KO steht auch in Zukunft für Authentizität und Glaubwürdigkeit.«


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Von Michael Wulf


Das von Schlossermeister Alois Kober vor 81 Jahren gegründete und seit 2007 in der dritten Generation von Roland, Harald, Raymond und Stefan Kober geleitete Familienunternehmen will bis 2015 in allen drei Unternehmensbereichen weiter wachsen und dabei »als Marke noch präsenter und stärker werden«, wie es Hans Posthumus formulierte. Das bezieht sich vor allem auf den Bereich Fahrzeugtechnik, mit einem Umsatzanteil von 59 % der wichtigste im Konzern. Zwar ist Al-KO als Systemlieferant von Fahrwerkskomponenten für Caravane und Wohnmobile schon seit Jahren ein fester Begriff, im Bereich der Nutzfahrzeuge jedoch sei dies eher weniger der Fall, so Markus Spengler. Das soll sich ändern.


»Als klassischer Komponentenhersteller bieten wir beispielsweise auch zahlreiche Systemlösungen für die Baubranche, die für uns ein spannendes Thema ist und in der wir uns künftig offensiver positionieren wollen«, kündigte Markus Spengler an, der in diesem Zusammenhang darauf hinwies, das AL-KO bereits heute bekannte Baumaschinenhersteller wie Liebherr mit Komponenten beliefert. »Wir haben einige neue, innovative und intelligente Produkte im Achsen- und im Chassis-Bereich in der Pipeline, die wir sukzessive im Vorfeld der Bauma vorstellen werden.« Zu den Neuheiten gehört beispielsweise auch ein von der AL-KO-Kunststoffsparte neu entwickelter Kotflügel. Dieser kann aufgrund seines modularen Aufbaus und seines modernen ­Designs je nach Kundenwunsch konfiguriert werden. »Grundsätzlich wollen wir in Zukunft deutlicher kommunizieren, wie viel Hightech und Qualität in unseren Komponenten steckt«, so Markus Spengler.


Das spiegele sich auch in den drei Kernkompetenzen der AL-KO Group wider. »Unsere Innovationskraft, der hohe Qualitätsstandard unseres großen Produktportfolios und ­unsere globale Präsenz mit 50 Standorten und der daraus resultierenden klaren Kundenorientierung sind so etwas wie ein Alleinstellungsmerkmal und sicherlich die herausragenden Eigenschaften, dank derer sich das Unternehmen zu einem der weltweiten Marktführer in der Fahrzeugtechnik entwickeln konnte.«


So wurden im Bereich Fahrzeugtechnik – zu dem auch die Kunststofftechnik sowie die Geschäftsfelder Automotive, Dämpfungstechnik und Industriekomponenten gehören – bislang mehr als 25 Millionen Achsen und 155 000 Leichtbau-Chassis für namhafter Hersteller von Nutzanhängern, Reisemobilen und Caravans produziert. Hinzu kommen jährlich rund 7,5 Millionen Seilzüge, 1,6 Millionen Stoßdämpfer und mehr als 550 000 Gasfedern – wobei auf der Kundenliste so renommierte Automobilhersteller wie Mercedes oder Maserati ­vertreten sind. Insbesondere die Leichtbautechnik sowie zahlreiche Innovationen – wie das AMC-Chassis, das Sechskant-Gummifederungssystem, die Sicherheitskupplung AKS, das elektro-mechanische Antischleudersystem ATC oder die Vier-Kreis-Vollluftfederung Air-Premium X4 – und maßgeschneiderte Lösungen ab Werk haben aus dem mittelständischen Unternehmen diesen Weltkonzern werden lassen.


Drei Standbeine »machen Sinn«


Großen Anteil daran haben aber auch die anderen beiden Geschäftsbereiche Gartengeräte und Lufttechnik. AL-KO produziert rund 500 000 Rasenmäher und 400 000 Pumpen pro Jahr. In den Geschäftsfeldern Luft- und Klimatechnik sowie Absaugtechnik wird ein breites Einsatzspektrum abgedeckt. So sorgen besonders energieeffiziente Anlagen – wie beispielsweise die Lüftgerätegeneration Easyair – für optimales Klima in Messe­hallen, Sportstadien, Kliniken, Schwimmbädern und auf Kreuzfahrtschiffen, aber auch bei Entwicklungs- und Produktionsprozessen in der Industrie. Sogar in der Forschungsstation Neumayer III am Südpol ist Luft- und Klimatechnik von AL-KO verbaut.


Diese Diversifizierung in drei so unterschiedliche Unternehmensbereiche ist nur auf den ersten Blick verwunderlich. So hat sich AL-KO Mitte der 1970er Jahre mit der Produktion von Rasenmähern »bewusst ein zweites Standbein geschaffen«, so Markus Spengler, damit der Fokus nicht mehr so stark auf der Landwirtschaft lag. Der Eintritt in die Sparte Luft- und Klimatechnik hingegen resultiert aus der Rettung eines im Landkreis Günzburg ansässigen Unternehmens, das in finanziellen Schwierigkeiten war.


»Über die Jahre hat AL-KO in den drei Sparten verschiedene Geschäftsfelder und einen unheimlichen Schatz an Know-how aufgebaut. So können wir heute Synergien schaffen und dank unserer effizienten Prozess- und Organisationsstruktur unsere Produktpalette erweitern und neue Märkte erschließen.« Als großer Vorteil hätten sich die verschiedenen Standbeine auch erwiesen, als während der Wirtschaftskrise 2009 die Nachfrage im Fahrzeugbereich dramatisch einbrach, so Thomas Lützel. »Das wurde durch die beiden anderen Sparten teilweise kompensiert, was zeigt, dass unsere Philosophie absolut Sinn macht.« Dementsprechend glimpflich hat AL-KO die Krise überstanden. So plant das Unternehmen in diesem Jahr mit einem Umsatz von 740 Mio. Euro, womit man die bisherige Rekordmarke von 706 Mio. Euro aus dem Jahre 2007 klar übertreffen würde. Auf seinem Weg vom »Hidden Champion« zum »Visible Champion« hat AL-KO in der »Zukunftsoffensive 2015« ein Paket an Maßnahmen geschnürt. Neben dem Thema Markenaufbau und Dachmarken­strategie – wie beispielsweise als Trikotsponsor des Fußball-Bundesligisten FC Augsburg – zählen dazu die stärkere Präsenz in Südosteuropa und in den USA oder die Etablierung auf den Märkten in Asien und in Süd­amerika. Und natürlich die Bau­maß­nahmen im Umfeld des Stammhauses mit einem Investitionsvolumen von gut 20 Mio. Euro. »Diese Zukunftsoffensive ist ein klares Bekenntnis zum Standort Kötz«, betonte Markus Spengler. »Damit sagt Al-KO deutlich: Wir sind hier zu Hause!«


 


Gut 20 Millionen Euro investiert


Ein großer Teil der 20 Mio. Euro fließt in die Errichtung eines neuen Technologiezentrums für alle drei Unternehmensbereiche mit angegliederten Prüfräumen, Werkstätten sowie in den Neubau des »AL-KO Forum«, das unter ­anderem eine Kantine, einen großen Konferenzbereich sowie Ausstellungsflächen, einen Aufenthaltsbereich mit einer Lounge und einem Café beinhaltet. Ferner ist ein neues Kundencenter samt »AL-KO Store« für den Bereich Garten und Hobby und für die Fahrzeugtechnik gebaut worden, das im Juni eröffnet wurde.


Dort soll dann auch das Thema Fahrsicherheit und damit die Wartung und der Service von Verschleißteilen vermehrt eine Rolle spielen. »Mit einem Auto geht man regelmäßig zum Kundendienst. Dies sollte für einen Anhänger genauso selbstverständlich sein«, so Markus Spengler. »In dieser Hinsicht wollen wir auch die Endverbraucher in Zukunft viel stärker sensibilisieren. Als Hersteller von Fahrzeugkomponenten dokumentieren wir dadurch unsere Verantwortung für die Fahrzeugsicherheit.«

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