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75 Jahre JCB – von der Werkstatt zum Weltkonzern

Der Bau- und Landmaschinenhersteller JCB feierte im Herbst 2020 sein 75-jähriges Bestehen. Gelegenheit, um auf die Firmengeschichte, besondere Ereignisse und bahnbrechende Produkteinführungen zurückzublicken.

Joseph Cyril Bamford (JCB) gründete am 23. Oktober 1945 in einer Werkstatt im englischen Uttoxeter sein Unternehmen – an dem Tag, an dem auch sein Sohn Anthony, der heutige Lord Bamford, geboren wurde. Grundstein für den späteren Erfolg war der Bau eines Einachskippers aus Militärschrott. JC Bamford baute ihn in seiner Werkstatt und verkaufte ihn für 45 £ auf dem örtlichen Markt. Nach Umzügen erwies sich 1953 als Schlüsseljahr für die Produktentwicklung – Bamford erfand den als JCB Mk 1 bekannten Baggerlader, eine hydraulische Arbeitsmaschine mit Heckbagger samt Löffel sowie einem Frontlader plus Schaufel. Ebenfalls strahlte erstmals an einer Maschine das heute weltweit bekannte JCB-Logo.

Die 1960er-Jahre waren eine Dekade der Expansion: In den Niederlanden wurde die erste Tochter diesseits des Kanals eröffnet, der Baggerlader 3C erschien und das Unternehmen exportierte die erste Maschine in die USA. 1969 produzierte JCB bereits 4 500 Maschinen, von denen die Hälfte in den Export ging. Anerkennend erhielt das Unternehmen den ersten »Queen's Award«, 26 weitere sollten folgen. JC Bamford wurde für die Verdienste um den Außenhandel zum Commander of the British Empire (CBE) ernannt.

Anfang der 1970er-Jahre begann JCB mit einer Basis in Baltimore, den nordamerikanischen Markt zu erschließen. Zwischen 1971 und 1973 verdoppelte sich der Umsatz auf 40 Mio. £, bevor sich 1975 der Gründer aus dem operativen Geschäft verabschiedete und sein Sohn Anthony das Ruder übernahm.


Zu den Meilensteinen der 1970er-Jahre zählt der 1977 vorgestellte Teleskoplader – heute reklamiert JCB die Weltmarktführerschaft in diesem Segment für sich. Neben einem zweiten UK-Werk läutet die Aufnahme der Fertigung in Indien 1979 eine Periode der Expansion ein. 1985 trat der Baggerlader 3CX Sitemaster auf den Plan. Im selben Jahr wurde die Produktion des 100 000. Baggerladers gefeiert. Per 1990 war JCB mit dem Fastrac – dem ersten schnellfahrenden, vollgefederten Traktor – in neue Bereiche vorgedrungen. Ebenfalls 1990 wurde Anthony Bamford von der Queen zum Ritter geschlagen und trägt seither den Titel Sir.

Zeitenwandel und Erfolge

Am 1. März 2001 starb Firmengründer Joseph Cyril Bamford. 2004 versammelten sich die Mitarbeiter in der Weltzentrale anlässlich der Fertigstellung der 500 000. Maschine. Es war auch das Jahr, in dem JCB den Schritt in den Motorenbau unternahm und den Dieselmax vorstellte, der bei JCB Power Systems in Derbyshire gebaut wird. 2005 wurde das JCB-Werk in China eröffnet, ein Jahr später trat Anthony Bamfords Sohn Jo in den Vorstand von JCB ein. 2012 eröffnete der britische Premier David Cameron das für 63 Mio. £ erbaute Werk in Brasilien.

2016 war ein Jahr der Meilensteine, als das Unternehmen die Produktion des 200 000. Teleskopladers feierte. In diesem Jahr markierte JCB auch die Produktion des 100 000. Minibaggers. Es war ebenso das Jahr, in dem der neue Hydradig vorgestellt wurde.

Im Jahr 2017 führte JCB eine neue Produktreihe von Höhenzugangstechnik ein und stellte den 500 000. Motor her. Das Folgejahr brachte die Enthüllung des Elektrobaggers 19C-1E. In diesem Jahr wurden auch die Raupenbagger der X-Serie auf den Markt gebracht und die Herstellung von Baustellen-Dumpern begann.

Im Juni 2019 stellte JCB einen Guinness-Weltrekord für den schnellsten Traktor Fastrac One mit 166,73 km/h auf, gefolgt vom Modell Fastrac Two mit 247,47 km/h. Ebenso eröffnete Lord Bamford die neue Deutschland-Zentrale in Frechen bei Köln.

Sozial und innovativ

Im März 2020 markierte JCB die Produktion des 750 000. Baggerladers, bevor die Welt durch die Covid-19-Pandemie zu einer anderen wurde. Als die Produktionslinien stillstanden, bereiteten die Kantinen in Indien und Großbritannien mehr als 200 000 Mahlzeiten für Bedürftige zu. Eine Produktionslinie wurde geöffnet, um Spezialgehäuse für Beatmungsgeräte herzustellen. Im Jahr 2020 sieht sich JCB mit dem ersten wasserstoffbetriebenen Bagger weiterhin als in der Branche führend bei der Null- und Niedrig-CO₂-Technologie. Das 20-t-Modell 220X hat das Unternehmen mehr als 12 Monate lang im eigenen Steinbruch harten Tests unterzogen.     t

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