Bau- und Nutzfahrzeuge Gewinnung / Aufbereitung / Brechen / Sieben

100 Prozent 6 x 6 im Basalt

Nur rund 30 % der jährlich etwa 450 000 t verwertbaren Gesteins im Steinbruch Elbgrund wandern in Baustoffgemische, der Rest durchläuft die 2005/06 neu erstellte mehrstufige Aufbereitung mit einer Tagesleistung von bis zu 2 300 t. Etwa 18 ha umfasst die Abbaufläche, wo das anstehende Material entsprechend der Produktanforderungen auf drei Sohlen, mit einer Gesamtmächtigkeit von bis zu 50 m abgebaut wird. Ein 70-t-Tieflöffelbagger (4,8 m³) lädt das Sprenghaufwerk auf Skw, die auf Umlaufdistanzen zwischen 700 und 1 400 m zum Vorbrecher maximal 12 % Steigung »beladen bergan« überwinden.


Neben der selektiven Abbau- bzw. Produktionsplanung, die auch bei schwieriger Witterung eine hohe Verfügbarkeit der Förderkette erforderlich macht, müssen Schäfer & Schmitt-Geschäftsführer Klaus Horneck und Betriebsleiter Hubert Duda eine weitere spezifische Herausforderung im betriebenen Werk Elbgrund berücksichtigen: 15 m bis 20 m mächtig ist die Abdeckung über dem Basalt – das entsprechende Abraumvolumen von regelmäßig gut 150 000 m³ pro Jahr wird großteils in Eigenregie über die absatzschwachen Wintermonate Dezember bis Februar bewältigt. Bislang verstärkten dabei zwei bis drei Miet-Dumper der 25- bis 30-t-Klasse die eigenen Kapazitäten aus einem Starrrahmen-Kipper (ca. 41 t Nutzlast) und dem Ende 2011 übernommenen Bell B45D mit vergleichbarer Transportleistung.Gute Erfahrungen im Einsatz


»Mit dem B45D ersetzten wir damals turnusgemäß einen Bell B40D, der insgesamt zehn Jahre innerhalb der Schmidt-Gruppe und zuletzt seit 2009 fest im Werk Elbgrund arbeitete«, erklärt Geschäftsführer Horneck. »Der Vierzigtonner absolvierte 12 000 Betriebsstunden ohne nennenswerte Probleme, das erleichterte uns den Einstieg in die nächste höhere Bell-Leistungsklasse, die zudem exakt unseren Bedürfnissen entsprach.« In Elbgrund betrifft dies vor allem auch die schlanke Bauform der Knicklenker-Mulde. Gegenüber den breiten Mulden klassischer 4 x 2 vereinfacht sie die Beschickung der schmal bauenden Vorbrecher-Installation, die beim Werksneubau 2005 aus einem bestehenden Schmidt-Werk übernommen wurde.»Zudem bot der B45D bei vergleichbarer Transporttonnage gegenüber unserem bestehenden Starrkipper entscheidende Vorteile in den Fahrleistungen. Dies betrifft nicht nur das Abraumhandling bei Neuaufschlüssen oder in der Verkippung, das zeigte sich auch im Normalbetrieb«, so Horneck. Beladen bergan laufe der 6 x 6 »wie auf Schienen«, insbesondere wenn bei feuchter Witterung die Fahrwege in Elbgrund aufgrund eines hohen Tuffanteils im Gestein schnell schmierig werden. »Zudem schiebt der Zweiachser bergab auch gerne mal 20 m bis 30 m über blockierende Hinterräder, der Knicklenker bleibt dank gut dosierbarer Bremsleistung an allen sechs Rädern sicher in der Spur.« Auch in puncto Wirtschaftlichkeit erteilt Geschäftsführer Horneck dem 375-kW-Großdumper mit Bluadvantage-Abgasreinigung gute Noten: »Nach fast 4 000 Betriebsstunden liegt der Durchschnittsverbrauch bei 18 l – unser 10 Jahre alter 4 x 2 genehmigte sich auf gleicher Strecke über 30 l/h.« Vermeintliche Nachteile beim Reifenverschleiß im 6 x 6-Hartsteineinsatz kann Klaus Horneck nicht bestätigen. »Wir verzeichnen hohe Reifen-Standzeiten bei einem sehr gleichmäßigen Abrieb an allen Achsen.«Produktivität gesteigert


Anfang des Jahres entschieden sich die Schäfer & Schmitt-Verantwortlichen für den Ersatz ihres Starrrahmenkippers. »Betriebstechnisch wäre ein 4 x 2-Sechzigtonner die Alternative gewesen, dann hätten wir allerdings massive Probleme mit der Einschüttbreite am Vorbrecher bekommen«, erklärt Horneck. »Wir entschieden uns für den B50D, da er auch als Produktionsmaschine sehr gut in unsere Betriebsorganisation passt.« Mit Heckklappe liegt das Ladevolumen bei knapp 30 m³, wobei die nominelle Nutzlast von 45,4 t ausreichend Reserven im Basalt und Abraum bietet. Aus dem feinstückigen Haufwerk (1,8 t/m³) benötigt der 4,8-m³-Tieflöffel acht Ladespiele, um die 3,77 m breite Mulde (Ladehöhe: 3,3 m) zu füllen.Seit Juli arbeitet der B50D als vorrangige Produktionsmaschine auf 9-h-Tageschichten in Elbgrund – bereits im November waren 800 Betriebsstunden überschritten. Der B45D arbeitet »auf Abruf« mit unterschiedlichsten Aufgabenprofilen. »Unsere gesamte Betriebsorganisation profitiert erheblich von der Komplettumstellung auf die Bell-Großdumper«, erklärt Horneck. »Im Regelbetrieb ist weiterhin die volle Verfügbarkeit unserer Förderkette bei jeder Witterung gewährleistet, darüber hinaus können wir unsere Transportleistung jetzt noch flexibler an Auftragsspitzen anpassen.« Als Beispiel nennt der Geschäftsführer eine 30 000-t-Sondercharge Gleisschotter, die kurz nach Umstellung zum mehrtägigen »Parallelverkehr« beider Knicklenker führte. Flexibler lassen sich auch die übrigen Transportaufgaben gestalten, so das Verkippen der Vorabsiebung, die Durchführung von Abraumarbeiten oder die Vorfeldberäumung bei Neuaufschlüssen, jenseits der bislang dafür reservierten Wintermonate. Auch dann profitiert Schäfer & Schmitt: »Wir gehen davon aus, dass wir durch die beiden Großdumper höchstens noch eine zusätzliche Mietmaschine benötigen.«Wirtschaftlich liegt der B50D im Plan: Durchschnittlich 18,5 l/h weist die Statistik des serienmäßigen Fleetmatic-Fahrzeugmanagements für die ersten voll ausgelasteten Betriebsmonate aus. Dies entspricht einer Verbrauchseinsparung gegenüber dem zuvor eingesetzten Starrrahmen-Kipper um 40 %. Hinzu kommen Vorteile in Service und Wartung: »Die weitgehende Baugleichheit bei Antrieb, Fahrwerk und Peripherietechnik zum B45D war für uns natürlich ein wichtiges Kriterium. Neben ihrer langjährigen Bell-Erfahrung kennen unsere eigenen Fuhrparktechniker natürlich auch die Mercedes-Benz-Motoren ganz genau.« Dies erkannte man auch bei Bell, als man mit der zertifizierten Lkw-Fachwerkstatt der Schmidt-Gruppe die Durchführung der Regelwartungen unter Verwendung von Bell-Ersatzteilen und -Betriebsmitteln vereinbarte. »Über die ohnehin vorteilhaft gestaltete Gewährleistung des Bell-Kundendiensts hinaus, sparen wir dadurch Kosten und Zeit und können den Einsatz unserer Maschinen noch besser planen.«

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